Meine Site durchsuchenLoading
Kalender/Termine
Mit der Maus auf die markierten Daten fahren und Hint abwarten; klicken, um die Termine in Ihren Kalender zu übernehmen. in der PresseLob der Berner Zeitung für meine Website...die CVP Köniz sollte sich ein Beispiel nehmen an ihrem Parlamentskandidaten Adrian Zimmermann: Die Website des Informatikers aus Oberwangen ist anschaulich, aktuell, vielseitig und multimedial (adiforparlament.ch). RSS/NewsletterSie möchten die Neuigkeiten auf Ihrem Desktop angezeigt erhalten? Versuchen Sie den RSS Dienst Den RSS-Feed können Sie mit LinksMeine sportlichen Aktivitätenwww.cvp-koeniz.ch www.koeniz.ch Nachrichten über Köniz im 'Bund' |
28.03.2010
Internetsperren sollen unsere Kinder schützen Nicht wenige Politiker rufen im Rahmen des Kinderschutzes nach Internetsperren. Hier soll ein soziales Problem mit technischen Behinderungen gelöst werden. Was sind Internetsperren bzw. wie funktionieren sie? DNS-Sperren Der DNS Dienst ist wie ein Telefonbuch zu verstehen. Genauso wie Telefonanschlüsse, sind auch Computer und somit auch Webserver über Nummern erreichbar. Wenn ich nun die Onlineausgabe der Berner-Zeitung lesen möchte, Muss ich also nicht http://212.71.125.130/ eingeben, sondern ich kann meinen Computer im 'Computertelefonbuch' nachschauen lassen, welche 'Computernummer' denn die gewünschte Seite hat. Das geschieht ganz automatisch für den normalen Benutzer und ist seit Dekaden bereits so im Betrieb. Wenn wir also http://www.nzz.ch eintippen, wird uns der Browser die Computernummer im Verzeichnis suchen gehen. Die meisten Benutzer verwenden den 'Telefonbuch'-Service (DNS) ihres Providers. Aus technischen Gründen wird es aber (wie bei mir) nötig sein, einen eigenen DNS zu installieren. Das ist ganz einfach und kann mit minimalsten Kenntnissen des Internets gemacht werden. Hier setzt nun eine der geforderten Lösungen für die Internetsperren an. Die Provider sollen für gewisse Seiten schlicht und einfach ein falsches Resultat liefern und auf eine 'Stop!' Seite des Bundes richten. Ich werde davon vermutlich gar nichts mitkriegen. Die Massnahme greift bei mir nicht. Genauso auch wie bei vielen Firmen, die ebenfalls eigene DNS unterhalten. Zu glauben, dass man nun Pädophile mit einer solchen Massnahme von ihrer menschenverachtenden Sucht abhalten könnte, ist schlicht naiv. IP-Sperren Häufig wird auch verlangt, dass IP-Sperren eingeführt werden. Das würde bedeuten, dass die Provider einen Paketfilter installieren müssen (sämtliche Daten, die von Computer zu Computer geschickt werden, enthalten eine Adresse und werden in kleine Pakete unterteilt). Sämtliche Pakete müssen also auf gesperrte IP-Adressen (also zB. 212.71.125.130) geprüft werden, was im wesentlichen eine Verteuerung des Internets zur Folge hat. Allerdings ergeben sich hier gleich weitere Probleme: Alle Websiten, die über die gleiche IP-Adresse erreichbar wären, werden in Sippenhaft genommen und gleich ebenso gesperrt. Das wird auch, wie ich feststellen kann, viele Politikerinnen und Politiker jeder Couleur treffen. Politiker, die Solches vorschlagen, würden das kaum tun, wenn sie wüssten, was sie damit anrichten. Zudem: wenn nun ein Kinderschänder Bilder auf AKAMAI speichert, wollen Sie dann gleich die ganzen Medien (inkl. SF-TV) lahmlegen, die diesen Dienst ebenfalls nutzen? Immerhin: Sie könnten sich damit noch auf den Standpunkt stellen, der wirtschaftliche Druck dieser Medien würde dann akamai schon dazu bewegen, sich besser um deren Inhalte zu kümmern.. wirtschaftlicher Druck? aus der Schweiz? Bei einem Unternehmen mit Milliardenumsätzen? Eine träumerische-romantische Haltung! Aber sind wir damit sicher? Keinesfalls. Ich betreibe uA. einen Server in den USA. Gelegentlich, wenn ich mein VPN zu diesem Server vergesse, surfe ich halt dann mit einer IP-Adresse aus den USA. Jegliche Sperre greift also nicht. Jemand, der einen gesperrten Dienst nutzen möchte, kann ohne Schwierigkeiten zu einem Preis von ca. 5-10 Franken und erneut minimalen Kenntnissen so surfen. Zu glauben, dass man nun Pädophile mit einer solchen Massnahme von ihrer menschenverachtenden Sucht abhalten könnte, ist schlicht naiv. URL-Sperren Mit URL-Sperren, so glauben einige, liesse sich dann das Problem lösen. Das wird zwar noch aufwändiger, das Internet noch teurer, aber wir können dann geziehlt eine einzelne Seite sperren, ohne andere Unbeteiligte zu behelligen. Auch das ist falsch. Zu obigem Problem mit akamai kommt noch, dass es tausende und abertausende von Anonymisierungsdiensten im Internet gibt. Diese Website bzw. dieser Artikel ist damit auch unter http://bit.ly/cYYgUG erreichbar (30sec dauert das Einrichten, probieren Sie es mit einer beliebigen Adresse aus). Zu glauben, dass man nun Pädophile mit einer solchen Massnahme von ihrer menschenverachtenden Sucht abhalten könnte, ist schlicht naiv. China, der Iran, Nordkorea können aber solche Netzsperren durchsetzen! Diese Behauptung höre ich oft. Nur: sie stimmt nicht. Es ist ein ewiges Katz' und Maus Spiel. Zum einen will sich wohl kein Schweizer einer chinesischen Internetzensur unterwerfen und zum anderen haben diese Länder mit hunderten und tausenden von Menschen alle diese Anonymisierungsdienste ausfindig gemacht und gesperrt, filtern Pakete nach Inhalt usw. Weil aber das Internet sich wie eine Hydra verhält, ist die chinesische Regierung immer einen Schritt hintendrein. Und tatsächlich gelingt es Dissidenten auch immer wieder, Informationen auszutauschen. Mit einfachsten technischen Mitteln aber wegen der zahlreichen Sperren mit langer Suche. Und es gelingt der chinesischen Regierung auch tatsächlich immer wieder, den Datenverkehr abzuhören und Internetdissidenten festzunehmen. Im Iran scheint die Zensurinfrastruktur nicht annähernd soweit aufgebaut zu sein: die Regierung sperrt dort im für sie heiklen Fall einfach das Internet! Ich frage also all die Politikerinnen und Politker da draussen: wie wollt ihr den Kampf mit der Hydra aufnehmen? Und wie weit wollt ihr gehen? Warum müssen wir überhaupt das Internet sperren? Mit einem Lächeln erinnere ich mich an die erste 'Zensur', die ich persönlich erlebt habe. Der Kiosk neben der Gewerbeschule war in der Pause die erste Anlaufstelle für uns. Im Aushang waren auch immer die damals üblichen Heftchen. 'Sexy', 'Schlüsselloch' und wie sie alle hiessen. Gelegentlich konnte man auf einem Titelbild mal einen Bauchnabel, mal sogar einen Busen sehen. Die Kioskleiterin war aber gewillt, uns vor solchen schlechten Einflüssen fernzuhalten. Sie hat einfach alle diese Heftchen in einen Plastik gesteckt und die nackten Stellen mit einem Papierchen abgedeckt.. Wir haben die Hefte dann einfach gekauft, ohne wirklich daran interessiert zu sein. Nur um sie zu ärgern (was uns auch gelang). Ich geb's zu: das war ja nicht wirklich eine reife Leistung. Aber wer behauptet denn, dass ein 17 jähriger 'reif' sein muss? Nun, Politiker, die allen Ernstes verlangen, dass die Schweiz wegen des Kinderschutzes Internetsperren einführen soll, haben die Hausaufgaben schlicht nicht gemacht. Und warum, so frage ich, soll ein gesellschaftliches Problem mit technischen Hürden bekämpft werden und damit all die braven Bürger wegen einiger weniger bestraft werden? Es wäre viel wichtiger, die Eltern aufzuklären, wie sie ihre Kinder an's Internet heranführen. Meine Mutter hat mir immer eingeschärft, nie zu einem Fremden ins Auto zu steigen (Niemand kam auf die Idee, wegen dieser Gefahr Autos zu verbieten). Welche Eltern wissen denn schon, wie man einen heutigen Teenager in einem Chat-Room vor Pädophilen schützt? Hier täte Aufklärung Not. Wenn es die Eltern nicht können (wollen..), muss die Schule in die Bresche springen. Hier besteht Handlungs- und Ausbildungsbedarf. Ich gebe ja zu: ich habe (verhältnismässig) wenig Ahnung davon, welche Gefahren Teenager im Internet lauern können. Es gibt aber Profis, die das untersucht haben. Sie können das Wissen doch an uns Eltern weitergeben? Für all' die Kinderpornokonsumenten, die wir im Land haben gibt es ebenfalls eine griffige Massnahme: Wir haben bereits gesehen, dass unsere Polizei durchaus in der Lage ist, sie ausfindig zu machen, Beweise zu sammeln und sie einer gerechten Strafe zuzuführen. Es braucht keine neuen Gesetze. Sie müssen nur angewendet werden. Wie geht es weiter? Ich spinne nun den Faden etwas weiter. Es ist das Jahr 2015. DNS-Sperren sind eingeführt. Werde ich nun wegen 'Umgehung einer Schutzmassnahme' verklagt, weil ich meinen eigenen DNS habe oder weil ich zu Ausbildungszwecken beschreibe, wie der DNS funktioniert oder einen Link auf http://www.dns.net/dnsrd/rfc/ mache? Oder werden alle Seiten mit diesem bzw. ähnlichem Inhalt gleich gesperrt? Eine (einzige) Zuschauerin konnte erwirken, dass die Simpsons einen Warnhinweis (erst ab 18 Jahre) erhalten. Das Schweizer Fernsehen muss diesen Warnhinweis ausstrahlen. Bestimmt gibt es Gruppen, die irgendwelche Sex-Sites als bedenklich klassifizieren können und dann müssen wir auch diese sperren. Und 20 Minuten, weil sie einen Link darauf verbreitet haben. Und. und. und... Vielleicht ist auch die Evolutionstheorie aus irgendeinem Grund anstössig. Also werden auch gleich alle Seiten mit Hinweisen auf die Evolutionstheorie gesperrt.... Wenn wir also nun sämtliche Parteien in der Schweiz befragen, was denn aus ihrer Sicht gesperrt werden müsste, würde vermutlich dann nicht viel übrigbleiben. Ich würde dann vielleicht die Website der SP sperren wollen... Sie verbreitet durchaus ein Gedankengut, das mir gelegentlich überhaupt nicht in den Kram passt und vor dem ich Kinder und Erwachsene gleichermassen 'schützen' möchte ;-) (seid mir nicht böse, liebe SP-ler, das war ja nur ein Spass..). Andere mögen dann aufgrund der Entwicklungen der letzten Monate verlangen (Nachtrag: die Pädophilieskandale), auch die katholische Kirche in der Schweiz zu verbieten, oder? Gott sei dank sind wir nicht soweit! Wie kann man dem Problem denn begegnen? Mein familienpolitischer Vorschlag und Rezept gegen Kinderpornographie ist klar: Stärkung der Untersuchungsbehörden (keine Rundumschläge), Information von Eltern, Lehrern, Behörden! Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung! Vermutlich ist dieser Vorschlag aber halt nicht populistisch auszuwerten.. Pädophilie aber ist ein gesellschaftliches, kein technisches Problem. Für den Bereich IT-Sicherheit gibt es ein Zitat von Adi Shamir (einer der Entwickler heutiger Verschlüsselungsverfahren): "Cryptography is typically bypassed, not penetrated." - Verschlüsselung wird typischerweise umgangen, nicht gebrochen. Das gilt auch für Internetsperren! | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
© 2009-2011adi@AdiForParlament.ch